
20.00 Uhr Stadttheater Mindelheim
(Einlass: 19.15 Uhr)
Ein wahrer Meilenstein der Jazz isch-Geschichte!
„Entwaffnend schöne Musik“
Was für ein Auftakt! „Darauf habe ich schon seit 19 Jahren gewartet“, freut sich Organisator Peter Schmid.
Der Name Abdullah Ibrahim gehört so untrennbar zur Jazzgeschichte wie Duke Ellington, John Coltrane, Ornette Coleman oder Don Cherry. Mit allen genannten Musikern hat der Pianist eng zusammengearbeitet, und doch ist seine Lebensgeschichte eine ganz einzigartige Story, die eng mit den globalen Geschicken des 20. Jahrhunderts verbunden ist. Als Adolphe Johannes Brand 1934 in Kapstadt geboren, arbeitete er unter dem Namen Dollar Brand ab 1949 als Berufsmusiker. Bis Anfang der Sechziger hielt er es in seiner Heimat aus, wo er Miriam Makeba begleitete und mit den Jazz Epistles die erste nennenswerte Jazzband Afrikas gründete. Doch die internationale Anerkennung trug ihm zuhause auch Misstrauen ein. 1962 setzte er sich nach Europa ab, trat vor allem in der Schweiz und Dänemark auf und wurde 1965 von Duke Ellington entdeckt.
1968 konvertierte er zum Islam und nahm den Namen Abdullah Ibrahim an. In den siebziger und achtziger Jahren war er die Integrations- und Kulminationsfigur für afrikanischen Jazz schlechthin. Die Abschaffung der Apartheid war auch für Abdullah Ibrahim ein Befreiungsschlag. 1994 spielte er auf der Amtseinführung Nelson Mandelas.
Abdullah Ibrahims Ton ist von nahezu erschütternder Klarheit. Was sich für den Jazz-Kenner wie ein Höchstmaß musikalischer Reduktion auf die Essenz des Ausdrucks ausmacht, ist für den jazzfremden Hörer einfach nur entwaffnend schöne Musik. Die Stücke sind für einen Jazzkontext ungewöhnlich kurz, doch ergeben sie in ihrer Gesamtheit einen Bewusstseinsstrom, der lange vor dem ersten Ton beginnt und nicht mit dem letzten abbricht. Ibrahims unbefangen intimes Verhältnis zum Ton kombiniert die abgeklärte Weisheit eines alten Schamanen mit der unstillbaren Neugier eines kleinen Jungen. Nicht selten vergisst man ganz und gar, dass da ein Piano erklingt, und glaubt einfach nur ein Kind mit heller Stimme singen zu hören. Ibrahim spricht im Zusammenhang mit seiner Musik nicht von Stücken, sondern von Songs, die er am liebsten singen lassen würde.
Diese Musik atmet schlicht den Rhythmus der Gelassenheit –
kommen Sie atmen!
ABDULLAH IBRAHIM |